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Messenger Stories, iBrains und Snapchats Spectacles im Test

Elbdudler Radar #42

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Spectacles: Snapchats Videobrille im Praxistest

Wir haben uns Snapchats erstes Hardware-Produkt Spectacles genauer angesehen.

Toyjoy für Snapper

Eins vorweg: Das Produkt hält ziemlich genau, was es verspricht. Es ist ein ausgereiftes, einfach zu bedienendes Spielzeug für Snapper und dürfte damit vor allem in jüngeren Zielgruppen Begehrlichkeiten wecken. Aber fangen wir außen an.

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Geliefert wird die Spectacles in einer hochwertigen PET-Box. Darin befindet sich die Brille in einem extrem stabilen Etui. Ein magnetischer USB-Anschluss macht dieses gleichzeitig zur mobilen Ladestation: Die Brille kann einfach ins Etui gelegt und so insgesamt viermal vollständig geladen werden. Das Design des Ganzen ist in seinem Spielzeug-Style schon sehr juvenil: grell verspiegelte Gläser, blinkender LED-Ring und dicker Rahmen in Türkis, Orange oder Schwarz.

Sonnenbankflavour statt Glasshole

Damit dürfte das Produkt vor allem für Nutzer jenseits der Pubertät eher gewöhnungsbedürftig sein. Das Gute daran: Man wirkt nicht ganz so nerdy wie mit Googles geflopptem Brillenmodell. Auch die Gefahr, als heimlich filmendes »Glasshole« beschimpft und betrachtet zu werden, ist vergleichsweise gering – zumal die Kamera zusätzlich blinkt, sobald sie aufzeichnet. Das Schlechte: Man sieht trotzdem ein wenig bis ziemlich albern aus – vor allem, wenn keine Sonne scheint. Die Sonnenbrillenanmutung dürfte übrigens durchaus gewollt sein, denn bei wenig Licht schwächelt die ohnehin eher durchschnittliche Kamera gehörig.

Fancy Clips auf Knopfdruck

Ansonsten erfüllt sie technisch betrachtet sämtliche Werbe-Versprechen: Mit einem einfachen Klick auf den Knopf am linken Bügel können kurze Videoschnipsel (10–30 Sekunden) erstellt und via Bluetooth oder WLAN ans Smartphone übertragen werden. Dafür wird die Brille vorher einmal kurz mit der Snapchat-App gekoppelt und schon werden dort alle Aufnahmen automatisch unter Memories gespeichert.

 

Die Clips selbst werden dann kreisförmig dargestellt und sind dank ihres 115 Grad großen Weitwinkels durchaus interessant. Auch spannend: Der Betrachter kann sein Smartphone kippen, um die Breite des Bildes zu variieren, die Aufnahme selbst dreht sich jedoch nicht mit, sondern bleibt stets stehen wie vom Träger aufgezeichnet.

Extreme Ego-Perspektiven

Dieser Fokus aufs eigene Erleben passt natürlich perfekt zu Snapchat. Die extreme Ich-Perspektive und die Tatsache, dass man zum Filmen nicht mal mehr sein Smartphone benutzen muss, macht die Brille vor allem auch interessant für Leute, die fix ihren Blick auf die Welt festhalten und dabei die Hände frei haben wollen. Ambitionierte Sportler, die hochwertige, längere Clips wollen, sind mit GoPro & Co. allerdings sicher besser bedient.

Unterm Strich ist die Spectacles eine nette und mit ca. 130 Dollar durchaus okaypreisige Spielerei für begeisterte Snapchatter, die mehr als Selfies wollen. Für User außerhalb der App ist die Brille allerdings nicht sonderlich interessant, denn sie macht vor allem im Zusammenspiel mit der Snap-App Spaß. Wer die Videos jenseits der Plattform, also etwa für sein Instagram-Profil, nutzen will, kann dies nur über Umwege tun.

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Kontakt

Julia Schwabe
Communications/PR
schwabe@elbdudler.de
040/6094567-82

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